bulettenbowle und andere kugeleien…

zur-sprache-gebrachtund schon haben wir das dilemma: es gibt so viele runde dinge. zum kugeln. dabei hat unsere sprache, wenigstens akustisch eine gewisse ordnung darin. auch wenn man es auf dem ersten blick nicht erkennt, da zumeist die wortimmigranten im laufe der zeiten durch mundart und sprachgebrauch ein arg geschliffen ding. so geschehen mit dem altenglischem bolle oder bolla. in späterer form ist es uns schon bekannter: bowl. das herkunftswissen vermeldet hier: „becken, schale, schüssel“ oder „rundes gefäss“.

und schon haben wir deutschen die herkunft unserer (noch alkoholfreien) „bowle“ aus kindertagen. es ist ein getränk, gereicht in einem runden gefäss aus glass oder metall, schlicht, einer kugel, in einem bowl .

dass wir dadurch recht schnell zu einem dem kegelspiel ähnlichen hobby kommen, liegt auf der hand, denn das „bowling“ bringt die kugel tatsächlich nun ins rollen, vor allem, wenn man mundartlich eingedeutschte kugelförmige fleischbällchen zum spiele reicht, die „buletten“ – das ist doch „zum kugeln“!

da freut sich der selbsternannte sprachforscher wie „bolle“, lädt auf seinen „bollerwagen“ alle habseligkeiten und zieht weiter durch die geschichten rund um unsere muttersprache…. auf zum nächsten „super bowl“ … huch

 

mehr aus unserer sprachwelt gibts hier:

jenskoenig-denkgelage.de

Hannah von Oben, Episode 7: Hannah erzählt von Frau Grochot, Wilhelm ist sonderbar beschwingt zumute

Hannah und Pit sowie beider Freund und Malergeselle Wilhelm Krauthobel haben nun endlich die nächste Hürde auf dem langen und wichtigen Weg nach Krakau genommen. Sie befinden sich nun tatsächlich in Dresden, und zwar in der Obhut einer ältlichen netten Dame. Die Adresse der kleinen Pension von Frau Sausewind erhielt Wilhelm zusammen mit den Fahrkarten in Leipzig ausgehändigt. Das Heim von Frau Sausewind ist klein aber fein. Und noch dazu ganz in der Nähe des Zentrums! Was will man mehr. Dementsprechend zufrieden schlafen alle ein. Mehr oder weniger zufrieden wachen sie am morgen wieder auf, geweckt von den ersten Sonnenstrahlen und einer geschäftstüchtigen Stadt..

„Uaaah!“ räkelt sich Hannah, „Ich hab geschlafen wie ein Bär!“ Zufrieden streckt sie ihre Arme in die Höhe, als Pit erbarmungswürdig äussert: “ Warum müssen Bären nur so eiskalte Füsse haben!“ Hannah kontert lächelnd: “ Also mir gefällt es, dass du Wärmeflaschen an den Beinen hast!“ Nebenan reibt sich Wilhelm die Augen: „Wo bin ich!“ heisst heute der Satz, welcher für ihn den Tag einleitet. „Huch, wo ist meine Brille!“ –  da geht die Tür auf, und ein Zimmermädchen schaut in die verschlafene Gesellschaft. “ Ich hörte, dass die Herrschaften schon wach sind, und daher lässt ihnen Frau Sausewind ausrichten, dass in der Küche das Frühstück für die Herrschaften angerichtet ist!“ –  „Oh vielen Dank!“ nicken Pit und Hannah begeistert mit dem Kopf. Nur Wilhelm strahlt irgendwie seltsam vor sich hin: “ Das ist aber nett!“, sinniert er errötend und lächelt auf den Fussboden….

„So, meine Herrschaften! Auf, Auf!“ bläst Hannah die Cirruswolken aus Wilhelms Kopf. „Na, dann wollen wir mal!“, erwacht nun auch Wilhelm aus seiner Starre. Hannah ist schon fast angezogen, da plumpst etwas auf den Boden. Pit und Wilhelm sehen den Schlüssel! „Den habe ich ja schon fast vergessen!“, erwidert Pit. „Pit! Wegen dem Schlüssel sind wir unterwegs und nun auch noch mitten in der Kaiserzeit.!“ „Ja, Stimmt!“, wird es Pit mit einem Mal schmerzlich bewusst: „Ob ich je Vater Hoffmann wiedersehe? Oh weh! “ „Drum müssen wir ja nach Krakau und den Herrn Schneider suchen, wie es auf der Karte steht, lieber Pit. Und dafür brauchen wir auch den Schlüssel! Aber wir sind gut im Rennen!“beschwichtigt sie ihn. „Ob ich sie je wiederseh?“ murmelt nun auch Wilhelm mit grossen Augen. „Du?“ fragen  Pit und Hannah. Wilhelm kommt wieder zu sich. „Gehen wir nun erst einmal frühstücken, und dabei erzählt ihr mir, warum der Schlüssel so lebenswichtig ist!“

Beim Frühstück erzählt Hannah den beiden von der Zauberkraft des Schlüssels: „Der Schlüssel ist aus dem Wawel“ „Was ist denn das, der Waffel?“, unterbricht Pit ihre Rede. „W a w e l!“ , erklärt nun Wilhelm: “ Der Wawel ist eine Festung, ein Schloss auf einem über 220 Meter hohen Berg in Krakau. Es ist die ehemalige Residenz Polens, war also der Regierungssitz der Polnischen Könige. Das alte ehrwürdige Krakau war bis 1596 die Hauptstadt Polens.“ „Also weiter“, fährt Hannah fort. „Der Schlüssel ist schon seit uralter Zeit dort gewesen. Zu ihm gehört ein altes Vorhängeschloss. Es ist aber kein gewöhnliches, sondern ein ZEIT-schloss. Daher reagiert auch der Schlüssel so, dass er dich durch die Zeit schubst, wenn zu viele nach ihm fassen. „Aha! Und das ist mit uns passiert.!“ erkennt Pit. „Genau, auch der Frau Grochot!“ „Ach so?!“ „Jepp! und nur, wenn die betroffene Person den  Schlüssel in das Schloss steckt, landet sie wieder in ihrer Zeit… „Oh, wir müssen, ruft Wilhelm, als er auf die Uhr schaut, „erzähle doch unterwegs weiter, liebe Hannah!“.. Wenig später laufen unsere drei schon durch die Dresdner Altstadt. „Schaut nur, da hinten ist eine riesige Käseglocke!“ ruft Pit..

„Das ist die Dresdner Frauenkirche, auch der Dresdner Dom genannt.“ feixt Wilhelm und stellt sich einen so grossen leckeren Käse vor. „Wir können uns diese doch auf dem Rückweg mal anschauen!“, schlägt Hannah vor und Pit fragt „Wo gehen wir jetzt überhaupt hin?“ Wilhelm erklärt beiden,dass er wegen dem Auftrag den Staatssekretär für Kultur, Professor Gruber aufsuchen muss. „Aha, also gehts ins Rathaus!“ wiegt Pit sein wissendes Haupt. „Nein, schaut nur! Das Neue Rathaus ist noch im Bau, das soll aber nächstes Jahr fertig werden.!“ erwidert Wilhelm, „Wir müssen aber ins Kultur- und Justizministerium. Dort finden wir den Professor Gruber!“ „Aha, in ein richtiges Ministerium!“ staunt Hannah, „Da müssen wir vornehm sein, Pit!“ Und schon übt sie los, dass sich Pit und Wilhelm vor Lachen gar nicht einkriegen “ Moin Hörr, Üch bün Madame Hannah, Hannah von und zu Oben!“.. unter solchen Auswüchsen edler Etikette landen sie vorm Konferenzzimmer des Herrn Professor Gruber.

Mit der Tatsache konfrontiert, angekommen zu sein , schwindet der Mut von Pit und Wilhelm und macht einer Art Lampenfieber Platz.  Als da der Professor erscheint, ist es daher nur Hannah, welche ein höfliches „Guten Tag, der Herr!“ anbietet. Links und rechts von ihr wird nur tief Luft geholt. Das darauf folgende Schweigen, unterbricht nun der Professor: „Ah, dor Härr Grauthoowel! Scheen, dasse da sinn, nu gomm se doch erschde mol nei, nüchah! Sinn das ihre Fräinde, Vorährdesdor?!“ Wilhelm stammelt: „Da das sind meine Helfer, Herr Professor!“ „Naaa? Sinn die nich noch a bissel gleen, mei Gudstor, nü? So zwee Dreigäsehoch?!“ „Dreikäse und ein Hocker, Herr Professor!“,  wächst Hannah da über sich hinaus.“ „Na, welchen Geblühdes ist denn die ungestüme Dame? “ Gestatten! Hannah von Oben!“ Pit wird es schlecht. „Na gugge! Nundenn, Adel verpflichtet! So ist meine Aufgabe sicher bei euch Drei in juhden Händen, nü! Also mein liewer Graudhowwel. Sie jehn morjen um noin Uhr in de Könichliche Agadämie un meldn sich bei Herr Sichelschmidd! Der sachd ihn alles! Un nu! hobbs, ich muss weidor, meine liehm..“ Und schwupps, ist der Staatssekretär für Kulturfragen wieder verschwunden.

„Na, da können wir uns ja noch die Stadt ansehen!“ jubelt Hannah, als sie wieder draussen sind. Und so gehen sie durch die Gassen. “ Ooch, schaut doch mal, so ein kleines Hopsala!“ lacht Hannah und winkt dem kleinsten Dresdner zu, den sie bisher sah. Ihr Herz weitet sich zu einem grossen fliegenden Teppich. Als sie weitergehen, sagt Wilhelm „Nun kannst du doch unsere Frühstücksgeschichte fortsetzen.!“ „Ach ja!“ erinnert sich Hannah und die beiden anderen haben spitze Ohren. „Also, Frau Grochot war Angestellte des Krakauer Burgarchivs. Dort lagen auch jahrelang Schlüssel und Schloss sicher behütet im Regal. Eines Tages kam ein grosser brummiger Mann und sagte, er würde ihr viel Geld geben, wenn sie ihm mal die beiden Gegenstände ausborgt. Das machte sie stutzig und so las sie in alten Büchern und entdeckte, dass auf dem Wawel 1241 beim Ansturm der Tartaren ein Grossteil des königlichen Schatzes bei Nacht versteckt wurde, anscheinend so gut, dass er später nie wieder gefunden wurde. Der Fremde wollte nun mit dem Schloss in jene Zeit reisen, um das Versteck zu finden. Also kam er wieder und es gab ein Gerangel mit Frau Grochot. Sie berührten beide den Schlüssel und landeten in unserer Zeit, Pit!“ „Und der der Mann, das..  das ist der Doktor!“ rief Pit verblüfft aus. „Genau, und ich will Frau Grochot helfen, in ihre Zeit zurück zu kommen, und nun auch noch uns selber!“ setzt sie nachdenklich hinzu…

Das war also nun das Rätsel des geheimnisvollen Schlüssel, den Hannah wie einen Schatz hütete. Es war ihre und Frau Grochots Rückfahrkarte. Wenn da nur nicht der Doktor wäre, und die sächsische königliche Gendarmerie! Können diese Hannah in dieser grossen wundervollen Stadt aufspüren? Was geschah bisher, wie gehts weiter? im hannah von oben blog könnt ihr es erfahren. einfach hier unten draufklicken, und schwupp gehts hin…

kopf 72 papier hell

ich erinnere mich, daß ich mich vor 5 jahren an die zeit erinnerte, die 25 jahre zurücklag, oder: eine angenehme matheaufgabe…

endlich komme ich auch mal dazu: ich veröffentliche die bilder einer zeitreise, welche mir der kaufrausch zufällig in die real existierenden augen spülte. tatsächlich schlummern sie schon seit dem 03 .juni 2011 in meinem bildarchiv und wollen ans licht. denn just an jenem tage begab es sich, dass ich dem kauftempel zwischen leipzig und merseburg gelegen, einen besuch abstattete. und während das mitgefahrene wesen den auslagen verfiel, verfiel ich der gerade dort aufgebauten wanderausstellung. denn diese holte mich in die erste hälfte meines leben… (tipp: bildklick vergrößert)

ddr alltagsbekanntschaften

… und tatsächlich:lebenszeittechnisch habe ich gute chancen, reell die zwei „ismen“ zu vergleichen, habe ich doch die erste hälfte im real existierenden sozial-ISMUS gelebt und durchwusele mich nun durch den real existierenden kapital-ISMUS ( obgleich dieser gern auch soziale marktwirtschaft in einer demokratie genannt wird – demokratisch ist er aber eischendlisch so, naja, nur aller vier jahre?! 😉 ) und so freute ich mich unvoreingenommen, die alten bekannten hier im kapital-marktwirtschaftlichen tempel günthersdorf zu treffen…

ddr brumm brumm

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ja was war das für eine wiedersehensfreude! da stand inmitten der ganzen liebevoll reparierten brummbrumms der marke „simson-vogel“ mein alter gefährte der jugend-sturm-und-drang-obhausen-budenbau-zeit! mein star hatte aber die farbe des habichts, und war somit: besonders. im übrigens fuhr der gute vom großen bruder übernommene geselle locker 75 km/h und ließ somit bei bedarf manchen s51 auf der strecke… hach…

büro und foto

hach, und manch alten freund traf ich auch hier. ich hatte glück mit meinem frühen hobby. die erste beirette kaufte ich mir mit zehn jahren für 19,50 mark (ohne tasche). darauf waren nur drei symbole: wolke, baum und mensch. und dennoch habe ich ihm viele bilder aus meiner schulzeit zu verdanken. von wandertagen, von den selbstgebauten buden, von den ersten „waschhaus-partys“  und und und. später kamen viel bessere apparate hinzu, doch meine beirette hat den thron der „ersten kamera“…

camping

natürlich wurde kamera auch hierhin mitgenommen: zum camping. auch aus dieser zeit gibts ein paar schöne schnappschüsse, aber davon ein andern mal. camping war im sterne-hotel-armen land eine gefragte und vielpraktizierte alternative. hier waren helle möbel-köpfe am werk. galt es doch, eine zusammenklappbare wohnungseinrichtung in den „großraum“ eines trabants zu bekommen. doch irgendwie klappte es immer, am ziel angekommen, ließ der sternrekorder keine kulturellen wünsche offen…

konsum

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oha, ein breites betätigungsfeld, und doch mit preisstabilität. dieser ist zu danken, dass ich noch heute nen ddr-einkaufszettel zusammenrechnen kann, ohne vorher im laden gewesen zu sein: 2 brötchen (10 Pf), 2 flaschen milch (0,72 M), ein vier-pfund-brot (1,24 M) und eine schlagersüßtafel (0,80 M) kosteten von rostock bis suhl zusammen 2 mark und 86 pfennig. dabei waren viele industrieartikel qualitativ ne messe wert, noch weit über die gesetzliche garantie hinaus. einige geräte sind heute noch benutzbar, nach über 30 jahren! (wenn man vom design absieht 😉 …

küche

sprelacart hieß das zauberwort der unverwüstlichen küchenoberflächen (für neugierige: wikipedia weiß: sprelacart ist zusammengesetzt aus Spremberg, Laminat und Carton) und diese waren auch notwendig. der mangel an wohnraum (welcher übrigens 40 jahre lang bestand) brauchte eine oberfläche, auf welcher nicht nur speisen zubereitet, babys gewindelt oder kinderspielzeug hin- und hergeschoben wurde, sondern sie musste auch hygienisch zu reinigen sein und obendrein optisch ansprechen.

unsere elterliche sprelacart-küche hielt meine ganze erste lebenshälfte hindurch. erst dann wurde sie durch ein westmodell ersetzt. ps. die waage oben sowie 19 der „pünktchen“-plastebecher besitze ich heute noch. froi.

schlafzimmer

da ist nicht viel zu sagen: bis zum 5. lebensjahr stand mein gitterbett drin. danach durfte ich mir mit meinen zwei älteren brüdern das kinderzimmer teilen ca. 3,5 m x 2,5 m anfläche. dank erhöhtem doppelstockbett plus unterschieb-liege auf rollen gings. das schlafzimmer war immer verschlossen: mein vater war polizist und die kinder hatten ja keinen waffenschein 😉 . auch versteckte in diesem zimmer immer der weihnachtsmann einiges vor weihnachten…

schule und kinder

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da isse nun, unser alter klassenraum! pos soja kosmodemjanskaja hieß unsere schule und stand, richtig, in meinem kleinen obhausen. auch jetzt kann man noch etwas über die jung hingerichtete partisanin in wikipedia finden.  unsere schule machte mich immer neugierig: grosse flure und hohe räume sowie ein riesiger dachboden lockten förmlich, das ehemalige herrenhaus zu erkunden. leider kam es nie dazu. die kindergartenliegen kenne ich auch noch gut. obwohl hart, schliefen die zwerge gut drauf. nur jenne nicht. der quasselich. deshalb „durfte“ ich auch gleich vorn an der tür schlafen…

waschküche

unsere waschmaschine stand auf der anderen hofseite des schmalen hofes in der zetkin nummer achtzehn. ein waschraum wurde von fünf mietern genutzt. in der mitte des betonfussbodens thronte ein grosser waschkessel, in welchem die wäsche mit einem riesigen holzlöffel gerührt wurde oder auch mal beim schlachten die wurstsuppe. zuerst hatten wir eine WM 66 (siehe bild) nebst stuhlschleuder, später ne romo mit integrierter schleuder…

wohnstube

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unsere zeitreise endet im gemütlichen wohnstübchen. und tatsächlich sind diese mustertapeten gut getroffen. welche übrigens ein gesamtdeutsches phänomen zu sein scheinen, denkt man an fam. heinz becker zum beispiel. nungut, geschmack entwickelt sich, die schrankwand wiwena-favorit konnte ich relativ zeitig durch überzeugung der elternteile als einzelelemente im wohnraum verteilen. die „wohnfront“ war besiegt. so bleibt mir noch ein dank an die initiatoren der günthersdorfer zeitmaschine zu schicken: danköööh nud gern mehr davon!

mehr jennefotos gibts hier: jennes denkgelage-fotolabor.

mehr zum thema ddr auf meiner homepage im „ostgelage“

 

ahoi und immer bereit! euer jenne

einmal abgebrannt? – nöö dazugewonnen!

„dreimal umgezogen = einmal abgebrannt“ – diesen spruch im ohr kann ich auf dreizehn jahre „ankommen“ zurückblicken. dabei war es schon ein gewagtes unternehmen, als sich jenne am 23. januar 2003 anschickte, nebst der späteren „mühlenmum“ von querfurt nach st. ulrich in eine alte wassermühle zu ziehen, welche vormals acht jahre lang ein leeres dasein fristete…

… dabei war es schon ein gutes experiment: zum einen sollten an einem tag die wohnungsutensilien von zwei wohnungen ins 20 km entfernte mücheln transportiert werden, zum anderen war das mühlchen alles andere als bezugsfertig, es gab keine heizung, auch fehlte es an einer wasser-pipeline, welche das wichtige nass aus dem keller in die bewohnten räume bringen könnte. doch die ruhe vor dem sturm wurde gut genutzt: kisten stapelten sich, bücher und möbel warteten wohlsortiert in den beiden wohnungen auf die grosse reise… viele fleissige helfen kratzten sogar noch fleissig tapeten vom beton der neubauwohnungen, während der hausherr fleissig zur nachtschicht ging….

… auch im zukünftigen domizil war man nicht minder tätig, der ersten einzugsmöglichen wohnstube den letzten schliff an die balken und fensterbretter zu pinseln. meine lieben friends waren auch hier mit flinker hand zur stelle, das mon-chen, das görkchen, wie auch larsi und das tigerlein bereiteten das kommen der möbelarmada vor….

dann kam der grosse tag: in der frühe des 23.januar 2003 starteten zwei lastwagen mit je 8 mann im team und einem wunder an logistik. vier kräftige helfer waren jeweils an der alten wohnung zum aufladen verblieben, während je vier helfer die zwei lkw´s im neuen domizil abluden. dort wurden die vielen utensilien und kisten erst einmal in einigen der vielen mühlenräume zwischengelagert. es war ein „kunterbunter“ anblick. gegen abend hatten es aber alle helfer geschafft. das mühlchen war bezogen. ein feiner tag mit  so vielen freunden, schnabel, buck, kerstin und und und. mein einziges bedauern lag danach darin, vor lauter eifer die dufte truppe nicht einmal fotografiert zu haben. nundenn, es war vollbracht….

die erste nacht musste für die mühlenmum wohl auch die längste gewesen sein, denn das söhnchen war an diesem abend wieder zur nachtschicht in der osterfelder druckerei eingeteilt. auf alle fälle hat sie die ganze nacht unter der decke vorgelugt, wenn der wind mal wieder an den bauplanen rüttelte. nach einer woche fing das innere des mühlchens an, formen und konturen zu bekommen: es gab schon eckchen zum schlafen, essen oder sitzen. auch waren schon die ersten heizkörper aufgetaucht…. die nachtschichten gibt es für buchbinderchen jenne nun nicht mehr, die wanne ist fertig, auch wärmt die heizung fein die mühlenmum, jenne und das wundergleiche wesen. und nachher gibt es im ehrwürdigen gemäuer kuchen, denn die mühlenmum hatte gestern geburtstag. und wir werden beieinander sitzen und lächelnd an den tag des umzuges denken….

wie ein ritt zum alten dessauer mir ein paar minuten m hohen turm schenkte…

am dienstage wars, dass die zeit, dem nachmittag zugehörig, mich gen dessau trug, dem alten dessauer ein besuch abzustatten. eine gute halbe stunde des weges war ich getrieben, als der treue pfad sich an einen alten ort lehnte. mir trug dieser ein antlitz zu, welches die gesänge alter zeit mir ins gemüt zu spühlen imstande war. ein hoher turm, dieser gab dem ort den namen, lockte der kraft eines leuchtturmes den heimkehrenden fischer nach getaner arbeit gleich…

.. inmitten des fleckchens, dem städtchen landsberg zugehörig, hauchte mir altes gemäuer den geist verflossener bewohner zu. ein altes schloss, vorm turme, lud ein, zu beäugen den ehrbahren sitz. allein ein verschlossener zaun, ein gemauerter bogen verwehrte dem wanderer intime nähe. derweil trieb die sonne ihr sinnliches spiel mit dem tanz abendlicher strahlen…

ich ging ums carré, die sonne dankte es mit scharfer kontur, welche die pracht dem schloss zuschlug. ein gleissen frisch geputzer wand war dem aug nun feude und labsaal – ganz anders erlebt war die seitenfront des ehrwürdigen sitzes. im gange verschwand es kurz hinter zauberlichem geäst: ein wunschgarten! dahinter wuchs der alten schönheit… dabei: eine unbewohnte behausung …

durch schmale gässchen ging die reise. der blick fing nun den platz des fleckchens. von diesem, einem bergsteiger gleich, schlug sich ein alter pfad dem turme zu. ein stolzer riese. fürwahr! an die 35 m soll er den blauen himmel dem betrachter teilen. von allen seiten weithin sichtbar, gab er dem flecken seinen namen: hohenhurm. vor der trutzigen stätte barg sich eine steinerne kapelle in seinem schatten…

eine alte mauer verwehrte den fremdling ud bewehrte die gebäude alter epochen. ein grosses tor lud dennoch, allein, es war abgeschlossen. und doch sah man stein für stein, wie buchstaben aneinandergereiht bauten sie sich ein eigenes begehbares geschichtsbuch…

nur der zeiten fortschritt gelobte es mir, das tagwerk mit disziplin fortzusetzen, wollte ich den alten dessauer noch in den letzten strahlen erreichen. nur kurze weil durch strasse und wald. so ward ich heil gebracht ins anhaltinische dessau, wo er auch stand, der alte dessauer: mitten auf dem platze unweit der post … ein schöner tag, hach …

mehr heimatliches findest du auf dem jenneflagschiff:

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